Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

In Eich bestand eine jüdische Gemeinde bis 1936. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1722 werden vier, 1743 drei jüdische Familien in Eich genannt, in Hamm waren es in diesen Jahren zwei beziehungsweise drei jüdische Familien. 1750 lebten in Wachenheim im Zellertal Feitel Süskind und Löb Seligmann von Eich.
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: in Eich: 1804 14, 1824 und 1830 19 jüdische Einwohner, 1861 17 (1,0 % von insgesamt 1.627 Einwohnern), 1871 38, 1880 23 (1,4 % von 1.689), 1900 39 (2,1 % von 1.891), 1910 40 (2,1 % von 1.893). In Hamm lebten 1824 36, 1828-29 37 jüdische Personen, 1902 nur noch 2.   1865 erfolgte von Hamm aus noch die Ausschreibung der Stelle eines eigenen Lehrers (siehe unten). 
 
Da die Zahl der jüdischen Einwohner in Eich zunächst nicht zur Bildung einer selbständigen jüdischen Gemeinde ausreichte, waren die hier lebenden Juden im 19. Jahrhundert einer Nachbargemeinde angeschlossen beziehungsweise bildeten eine Filialgemeinde. Nachdem um 1875 im benachbarten Gimbsheim eine selbständige jüdische Gemeinde gegründet wurde (zuvor gehörten die Gimbsheimer, vermutlich auch die Eicher Juden zur Gemeinde in Alsheim), war Eich Filialgemeinde zu Gimbsheim, wo sich auch eine jüdische Volksschule befand (vergleiche unten die Ausschreibungen der Religionslehrerstelle Gimbsheim zwischen 1889 und 1896). Die Filialgemeinde hatte ihren eigenen Vorsteher: um 1898 erhielt Juda Guthmann für langjährige treue Dienste ein Ehrenzeichen (siehe Artikel unten); als damals langjähriger Rechner wird 1902 Isak Haas genannt.  Vermutlich nach Bau der eigenen Synagoge erhielten die Eicher Juden den Status einer selbständigen jüdischen Gemeinde, zu der nun auch die im benachbarten Hamm lebenden jüdischen Personen gehörten (offizielle Bezeichnung der Gemeinde: Israelitische Religionsgemeinde Eich-Hamm). Damals gab es in beiden Orten zusammen etwa 50 Gemeindeglieder, darunter 10 Kinder. 
  
Die jüdischen Familien waren im Leben des Ortes völlig integriert, wie der Bericht zur Beisetzung von Isak Haas von 1902 (siehe unten) zeigt.
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.) und eine Religionsschule. 1904 bildeten Alsheim, Gimbsheim, Eich und Hamm einen gemeinsamen Unterrichtsbezirk. Die schulpflichtigen jüdischen Kinder der Eicher Gemeinde wurden durch den jüdischen Lehrer in Alsheim unterrichtet. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Osthofen (siehe Berichte unten zu Siegmund Haas 1893, Isak Haas 1902 sowie Eduard Haas und seiner Schwester 1902), teilweise auch in Alsheim beigesetzt. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk in Worms. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Sally Guthmann (geb. 20.8.1894 in Eich, gef. 27.8.1917) und Berthold Haas (geb. 28.2.1894 in Eich, gef. 29.9.1915). 
    
Um 1924, als 38 jüdische Personen in Eich gezählt wurden (1,9 % von insgesamt 2.012), waren die Vorsteher der Gemeinde Jacob Guthmann (1. Vors.), Abraham Schott (2. Vors.) und Simon Jakobi (3. Vors.). Dieselben bildeten auch 1932 noch den Gemeindevorstand. 1924/32 gehörten noch vier in Hamm lebende jüdische Personen zur Eicher Gemeinde. Es waren in Eich 1924 acht, 1932 vier schulpflichtige jüdische Kinder in Religion zu unterrichten. 1924 erteilte den Unterricht Lehrer Salomon aus Worms. 
  
Nach 1933
sind alle jüdischen Gemeindeglieder (1933: 37 Personen = 1,8 % von insgesamt 2.056) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien innerhalb von vier Jahren weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bereits 1934 waren 23 der jüdischen Einwohner verzogen, großenteils ausgewandert. Als vorletzter jüdischer Einwohner verließ 1937 Jacob Guthmann den Ort.  
  
Von den in Eich geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Berthold Guthmann (1893), Jakob Guthmann (1868), Frieda Hess geb. Reichenberg (1881), Karolina (Lina) Marx geb. Reichenbach (1882).  
    

  
        

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet für Hamm (1865), dann Gimbsheim und Eich 1889 / 1891 / 1896 / 1893



Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1865: "Konkurrenz-Eröffnung. Für die israelitische Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle dahier mit einem fixen Gehalt von 220 Gulden, einer Vergütung für Heizung mit 10 Gulden, sowie in Aussicht stehenden 50 Gulden Emolumenten wird hiermit Konkurrenz eröffnet und sind Offerten einzureichen bei dem Vorstandsmitgliede 
Emanuel Gutmann II. in Hamm
(Kreis Worms)."     Die Ausschreibung erfolgte zeitgleich auch in der (liberalen) "Allgemeinen Zeitung des Judentums":  

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Juni 1865: "Vakante Lehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle, die sofort zu besetzen, mit einem fixen Gehalte von f. 200, für Heizung 10 Gulden, in Aussicht stehende Emolumente 50 Gulden. Bewerber wollen sich wenden an 
Emanuel Guthmann II.
, in Hamm, Kreis Worms."          

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1889: "In der hiesigen Gemeinde mit Filiale Eich ist die Stelle eines Religionslehrer, Kantors und Schochet per 1. September zu besetzen. Gehalt 750 Mark, sowie freie, möblierte Wohnung. Nebenverdienste mit Schechita betragen circa 3000 Mark. Ein seminaristisch gebildeter Mann bevorzugt. Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten melden. Emil David II. Gimbsheim bei Guntersblum." 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1891: "Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets in hiesiger Gemeinde, mit Filiale Eich, ist sofort zu besetzen. Anfangsgehalt 700 Mark, Nebenverdienst ca. 400 Mark, sowie freie, möblierte Wohnung. Nur dem gewählten werden Reisekosten vergütet. Bewerber muss Reichsangehöriger sein. - Meldungen mit Zeugnisabschriften sind zu richten an Emil David II., Gimbsheim bei Oppenheim am Rhein." 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1893: "Da ich durch Militärverhältnisse genötigt bin, meine Stelle zu verlassen, wird die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schächters in Gimbsheim mit Filiale Eich (Rheinhessen) soeben vakant. Die Stelle trägt mit Nebenverdiensten Mark 1.300 ein nebst freier möblierter Wohnung. Kann die Stelle als unbedingt gut jedem Kollegen empfehlen. Geeignete seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den Vorstand der Gemeinde Gimbsheim wenden. 
J. Ledermann, Lehrer.


Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1896: "Die Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle zu Gimbsheim mit Filiale Eich (Rheinhessen), mit einem Fixum von Mark 800, sowie Mark 400 Nebeneinkommen und freier Wohnung nebst Garten ist per 1. August oder 1. September dieses Jahres zu besetzen. Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden. Nähere Auskunft erteilt der seitherige Lehrer Herr M. Oppenheimer. 
Der Vorsteher: Emil David II." 

   
Positive Prüfung der Religionsschule unter Lehrer Eisenheimer (1901)
        



Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1901: "Aus dem Kreise Worms. Dass unsere Religionsschulen in ihrer äußeren Stellung und in ihrem Verhältnisse zur amtlichen Schulbehörde, wenn auch ein langsames Tempo, aber immerhin Fortschritte machen, bezeugt der Umstand, dass am 27. März mit dem Herrn Rabbiner Dr. Stein mehrere Mitglieder der Großherzoglichen Kreisschulkommission, darunter Herr Inspektor Prof. Dr. Karg, sowie der christliche Schulvorstand in Eich, die Religionsschule des Herrn Lehrers Eisenheimer zu Eich (Filiale zu Gimbsheim) prüften und sich lobend über das Resultat aussprachen. Es wäre zu wünschen, dass das Verhalten der Wormser Kreisschulkommission zahlreiche Nachahmung finde."   

    
Bildung eines Unterrichtsbezirkes mit Alsheim und Gimbsheim (1904)  




Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Februar 1904: "Worms. Das Großherzogliche Ministerium plant die definitive Anstellung israelitischer Religionslehrer, welche ein den Volksschullehrern gleiches Gehalt beziehen und dieselben Rechte genießen sollen, sobald sie wöchentlich 20 Stunden Religionsunterricht erteilen. Die nötigen Mittel sollen von den Gemeinden, die zu dem betreffenden Bezirk gehören, aufgebracht werden. An die Vorstände der israelitischen Gemeinden des Kreises Worms ist bereits der ausgearbeitete Plan gesandt worden. Nach ihm sind die Gemeinden in vier Unterrichtsbezirke eingeteilt und zwar: 1. Alsheim, Gimbsheim, Eich und Hamm; 2. Osthofen, Rheindürkheim, Herrnsheim, Abenheim und Gundheim; 3. Hessloch, Monzernheim, Eppelsheim, Gundersheim und Westhofen; 4. Monsheim, Hohen-Sülzen, Nieder-Flörsheim, Wachenheim, Mölsheim, Pfeddersheim und Pfiffligheim. Die Gemeinden Heppenheim a.d.W. und Offstein sollen der Gemeinde Worms zugeteilt werden. Bis zum 1. Februar müssen die Gemeinden dem Kreisamte Worms Bericht erstattet haben."   


   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum Tod von Siegmund Haas (1893)




Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1893: "Worms. Vor kurzem ist der stud.phil. Siegmund Haas von Eich bei Worms, ein braver, frommer, edler Mensch, gestorben. Mit ungemeinem Fleiße hatte er sich bei Herrn Rabbiner Dr. Stein und Lehrer Rothschild dahier für den Rabbinerberuf vorbereitet, und trat dann in das Rabbinerseminar zu Breslau. Hier, wie auch schon in Worms, entwickelte sich sein religiöser Sinn derart, dass er es mit der Erfüllung religiöser Pflichten bis ins Kleinste ungemein genau nahm. Doch das angestrengte Studium warf ihn auf das Krankenlager, sodass er ein ganzes Jahr den ferneren Studien entsagen musste. Scheinbar wieder hergestellt, nahm er seine Studien wieder auf, bis er selbst einsah, dass seine gefährdete Gesundheit eine Fortsetzung seiner rabbinischen Tätigkeit unmöglich mache. Nachdem er in Darmstadt als Einjähriger gedient, bezog er die Universität Heidelberg, um hier moderne Philologie zu studieren. Auch hier setzte er das Talmudstudium fort. Ein Leiden, das er sich aller Wahrscheinlichkeit nach beim Militär zugezogen hatte, war schuld, dass dieser brave fromme Mensch, der zu großen Hoffnungen berechtigte, im Alter von 26 Jahren seine edle, reine Seele aushauchte. Unter großer Beteiligung von nah und fern fand in Osthofen seine Beerdigung statt. Möge der Allmächtige den schwer geprüften Vater und die ihm in inniger Liebe verbundenen Geschwister und Verwandten in ihrem Schmerze aufrichten! Rschd."

   
Auszeichnung für den Vorsteher der Gemeinde Juda Guthmann (1898)



Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Dezember 1898: "Der Vorsteher der israelitischen Religionsgemeinde zu Eich, Juda Guthmann, hat vom Großherzog anlässlich dessen Geburtstages das allgemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste erhalten."

   
Zum Tod des Kaufmanns Isak Haas (1902)




Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Januar 1902: "Eich, 23. Januar (1902). Selten dürfte die Toleranz zwischen Juden und Andersgläubigen in einer Dorfgemeinde derart zur Geltung kommen, wie dies am Sonntag hier geschah. Mehrere Hundert von Personen - fast sämtliche hiesige Nichtjuden und viele von dem Umkreise - hatten sich hier eingefunden, dem im 53. Lebensjahre verstorbenen Kaufmann Isak Haas das letzte Geleite zur ewigen Ruhe zu geben. Am Sterbehaus hielt Herr Rabbiner Dr. Grünfeld - Bingen, der Herrn Dr. Stein vertrat, eine wohl durchdachte, mit den schönsten Worten der Tora gewürzte Trauerrede. Er rühmte die vielen Tugenden, die der Verklärte besaß, insbesondere die Anhänglichkeit zum väterlichen Glauben, seine Redlichkeit und Treue, den steten Fleiß und seine Anspruchslosigkeit. Nur für das Wohl seiner Familie habe er geschafft und gewirkt, jedem Menschen mit Rat und in der Tat nahe gestanden. Der Redner spendete reichen Trost der klagenden Witwe und den jammernden Kindern. Als der imposante Leichenzug, worunter auch die freiwillige Feuerwehr, der Soldaten- und Kriegerverein mit schwarz umflorten Fahnen zu sehen waren, sich in Bewegung setzte, läuteten zu Ehren des Heimgegangenen sämtliche Glocken. Die Vereine waren in solche Liebe und Achtung mit dem Verklärten verbunden, dass es ihnen nicht zu viel war, sich nach dem 2 1/2 Stunden entfernt gelegenen Friedhof in Osthofen zu begeben. 
Am Grabe nahm der Präsident des Kriegervereins vom heimgegangenen Kameraden, der voll und ganz von 1870 bis 1873 seine Aufgabe löste, tief gerührt Abschied. Der Kommandant der freiwilligen Feuerwehr dankte dem Entschlafenen für seine stete Pflichttreue und betonte, ein Mitglied verloren zu haben, dem das Vereinswesen zu kräftigen, beständig am Herzen lag. 
Der Sarg wurde sodann in das Grab versenkt, und bald bildete sich dessen Hügel. Lange Zeit noch wird man dieses großen Leichenbegängnisses gedenken, aber noch länger den Entschlafenen, der in der jüdischen Gemeinde jahrelang unentgeltlich das Amt eines Rechners versah, im Gedächtnis behalten. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Zum Tod von Eduard Haas und seiner Schwester (1903)     



Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juli 1903: "Eich (Kreis Worms), 14. Juli (1903). Unsere kleine Gemeinde wurde in der vorigen Woche binnen zwei Tagen in doppelte Trauer versetzt. Am Montag, den 6. dieses Monats, reiste Herr Eduard Haas nach Bad Kissingen zur Kur, abends erlitt er einen Schlaganfall, dem er nach einem Tage erlag. Der 41 Jahre alt gewordene Mann hatte sich einer besonderen Beliebtheit und Wertschätzung in hiesiger Gemeinde bei Juden und Andersgläubigen zu erfreuen, denn stets stand er seinem Nächsten mit Rat und Tat bei. Sein Leichenbegängnis, das am Freitag stattfand, legte beredtes Zeugnis davon ab. Ein sehr großer Teil der Gemeinde begab sich nach dem zwei Stunden entfernten Osthofen, wohin die Leiche von Bad Kissingen aus verbracht wurde, um dem Verstorbenen das letzte Geleite zu geben. Aber auch aus der Ferne waren zahlreiche Bekannte und Freunde herbeigeeilt, sodass der Leichenzug, in dem mehrere Vereine mit Fahnen sich befanden, einen imposanten Umfang annahm. Einen Tag später starb die schon längere Zeit leidend gewesene Schwester des Besagten im 34. Lebensjahre. Am Sonntag Vormittag wurde sie unter einem zahlreichen Trauergefolge zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Stein - Worms hielt ergreifende Trauerreden. Weil man wusste, dass seitens der Nichtjuden die Beteiligung an der Beerdigung eine sehr große werde, ließ der evangelische Geistliche den Morgengottesdienst am Sonntag ausfallen. A.E."       


Todesanzeige für Juda Guthmann (1909)




Todesanzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1909: "Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Juda Guthmann sanft verschieden ist. 
Für die trauernden Hinterbliebenen Jacob Guthmann
Eich (Kreis Worms), 20. Januar 1909."

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Das Ende der jüdischen Gemeinde (1935)




Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. November 1935: "Worms. Wie der 'Wormser Zeitung'  aus Eich gemeldet wird, ist dort das letzte Grundstück, das noch in jüdischem Besitz war, 730 qm Gartenland, in nichtjüdischen Besitz übergegangen. Sämtliche früher in der Gemeinde ansässigen Judenfamilien sind ausgewandert, zum größten Teil ins Ausland."

    
  
     

Zur Geschichte der Synagoge

Vor  dem Bau einer Synagoge war vermutlich bereits ein Betsaal vorhanden. 1890 konnte eine Synagoge in der Altrheinstraße erstellt werden. Sie war Zentrum des jüdischen Gemeindelebens bis nach 1933. Bei der Synagoge handelt es sich um einen quadratischen Backsteinbau mit einer repräsentativen Eingangsfassade (Ecklisenen, neugotisches Portal mit Giebelverdachung). Auf dem Giebel befanden sich die Gebotstafeln

Nachdem die meisten jüdischen Personen von Eich verzogen waren, wurde das Gebäude 1936 verkauft und zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut.    

Adresse/Standort der Synagoge: Altrheinstraße 20


Quelle: www.alemannia-judaica.de